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BILDUNGSPOLITISCHE NACHRICHTEN
Auswahl
Leistungsgefälle bei Mathematiklehrern
Eine internationale Mathematik-
Lehrerstudie enthält ein problematisches
Feed-back: Unter
angehenden Mathematiklehrern
in Deutschland klaffen
deutliche Leistungsunterschiede
– wie in kaum einem anderen
Land der Welt. Verglichen
wurden die Leistungen von
mehr als 20.000 künftigen Mathematiklehrern
aus 17 Staaten
in der Endphase der Ausbildung.
Deutsche Grundschullehrer
wie auch Gymnasiallehrer mit
einer speziellen mathematischen
Fachausbildung können
danach im weltweiten Leistungsvergleich
gut mithalten –
sowohl mit ihrem theoretischen
Wissen als auch mit ihren pädagogischen
Vermittlungsfähigkeiten.
Grundschullehrer ohne
fachbezogene Ausbildung – die
allerdings häufig auch Mathematik
unterrichten müssen –
wie auch Haupt- und Realschullehrer
fallen dagegen mit
ihren Mathematik-Kompetenzen
deutlich zurück. Die Gesellschaft
für Didaktik der Mathematik
(GDM) und die Deutsche
Mathematiker-Vereinigung
(DMV) forderten als Konsequenz
aus der Studie, dass alle
künftigen Grundschullehrkräfte
bundesweit auch Mathematik
studieren müssen. Das Kernfach
Mathematik sei mit einem Studienanteil von mindestens
20 % im Bereich mathematischer
und vor allem mathematik-
didaktischer Grundlagen
verpflichtend vorzusehen, erklärten
der GDM-Vorsitzende
Hans-Georg Weigand und DMVPräsident
Wolfgang Lück.
Nachhilfemarkt boomt
Nach einer nicht repräsentativen
Umfrage, die vom Berliner
Forschungsinstitut für Bildungund
Sozialökonomie (FiBS) und
vom WDR durchgeführt wurde,
lässt die Schulzeitverkürzung
bis zum Abitur (G 8) bei vielen
Anbietern von Nachhilfestunden
die Kassen klingeln. Die
Unternehmen meldeten einen
Umsatzzuwachs, den 70 % der
Anbieter auf die Einführung der
kürzeren gymnasialen Schulzeit
zurückführen. Zudem berichte
jeder vierte Nachhilfeanbieter
von „merklich steigender Nachfrage“
bei Grundschülern. Hier
wird die Nachhilfe vor allem in
Anspruch genommen, wenn
sich die Eltern von Viertklässlern
sorgen, ihr Kind werde keine
Empfehlung für den Besuch
des Gymnasiums erhalten. „Solange
der Nachhilfemarkt
boomt, befindet sich unser öffentliches
Schulwesen in einer
Schieflage, erklärte Udo Beckmann,
der Bundesvorsitzende
des Verbandes Bildung und Erziehung
(VBE) dazu.
Soll Bildungspolitik Ländersache bleiben?
Nach einer Umfrage des Instituts
für Demoskopie Allensbach
favorisieren 61 % der Bundesbürger
ein Schulsystem, in dem
die Bundesregierung die bildungspolitische
Verantwortung
trägt. Eltern von Schulkindern
sprechen sich sogar zu 63 % gegen
den Bildungsföderalismus
aus. Die Unterstützung für eine
Zentralisierung ist in den neuen
Bundesländern mit Zustimmungsquoten
um die 80 % am
höchsten, in Bayern (51 %) und
Hessen (41 %) am niedrigsten.
Aber auch in den Bundesländern
mit geringer Zustimmung
für eine Zentralisierung plädiert
noch eine Quote von über 40 %
für Bundeskompetenzen in der
Bildung. Diese Tendenz wird
bestätigt durch eine Forsa-Umfrage
im Auftrage der Zeitschrift
„Eltern“ vom September 2009,
wonach 91 % der Befragten
meinen, es sei dringend notwendig,
das System bundesweit
zu vereinheitlichen.
Das Allensbach-Institut bringt
die Frage, wer für die Bildungspolitik
der Schulen zuständig
sein sollte, in den folgenden Zusammenhang:
„Die einen sagen,
für die Schulbildung sollte
die Bundesregierung zuständig
sein, um überall in Deutschland
die gleiche Qualität der Schulen und ein einheitliches Bildungsniveau
zu gewährleisten. Die
anderen sagen, für die Schulbildung
sollten die Bundesländer
zuständig sein, damit es einen
Wettbewerb um das beste
Schulsystem zwischen den Ländern
gibt. Welcher Meinung
sind Sie?“
Ist die Lösung für dieses Problem
wirklich die Zentralisierung?
Oder ist es vor allem die
Kritik an den ungeordneten und
schlecht konzipierten Reformen,
angefangen bei der Verkürzung
der gymnasialen Schulzeit über
unklare Strukturreformen bei
der Umwandlung von Hauptund
Realschulen bis hin zu den
immer wieder kritisierten „zu
großen Klassen“ und dem häufigen
Unterrichtsausfall? Bestenfalls
mit einer Drei minus
bewerten die Bundesbürger die
Schulpolitik ihrer jeweiligen
Landesregierung. Spitzenreiter
ist Bayern – in der Notenskala
von 1 bis 6 – mit der Durchschnittsnote
3,3. Schlusslicht ist
Schleswig-Holstein mit der Note
4,2.
Welcher Meinung sind Sie:
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Gestresste Lehrer
Wissenschaftler der privaten
Bremer Jacobs University untersuchen
die Mechanismen,
die bei Lehrern zu Stresserkrankungen
und Burnout-Syndromen
führen können. Lärm, Zeitdruck,
immer neue Aufgaben
und Verantwortungsbereiche
– für die Pädagogen gibt es eine
Vielzahl von Belastungen. Ältere
Untersuchungen haben
gezeigt, dass bis zu einem Drittel
der Lehrkräfte potenziell
burnout-gefährdet sind. „Lehrer
sind die Berufsgruppe mit
den höchsten Zahlen an stressbedingten
Erkrankungen, eine
Hochrisikogruppe“, erläuterte
Maren Wolfram, Psychologin
und wissenschaftliche Mitarbeiterin
der Bremer Hochschule.
Berlin: Berliner Lehrer fordern Teststopp
Ein Brandbrief von Lehrern zu
massiven Problemen an Berliner
Schulen hat erneut eine
politische Grundsatzdebatte
ausgelöst. Das Signal dazu gaben
mehr als 1.000 Schulleiter,
Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter
von arabischen und türkischen
Initiativen. In einem offenen
Brief an Schulsenator Jürgen
Zöllner (SPD) fordern sie, die
Vergleichstests für Drittklässler
in Mathematik und Deutsch abzuschaffen.
Sie beobachten, dass die
Kinder,
die bei hohem Ausländeranteil
in den Klassen oft
Sprachprobleme haben, mit den
Tests überfordert sind, schlecht
abschneiden
und frustriert zurückbleiben.
„Unsere Schüler
können die Texte und Fragen
der Deutscharbeiten in der vorgegebenen
Zeit nicht oder nur
unvollständig durchdringen“,
schreiben die Lehrer. Die Kinder
würden in der 3. Klasse vor unlösbare
Aufgaben gestellt.
Sachsen: Zugang zum Gymnasium erschwert
Sachsen verschärft die Zugangskriterien
für das Gymnasium
wieder. Ab Schuljahr 2010/11
benötigen Schüler in der 4. Klasse
in Deutsch, Mathematik und
Sachunterricht einen Notendurchschnitt
von 2,0 für die
Gymnasialempfehlung. Vom
Schuljahr 2011/12 an soll es
nochmals Bildungsempfehlungen
für alle Schüler der
sechsten Klassen geben.
Thüringen: Weniger Steuern auf Schulessen
Thüringens Landesregierung will
eine geringere Mehrwertsteuer
für das Schulessen durchsetzen,
kündigte Finanzministerin Marion
Walsmann (CDU) an. Hintergrund
ist, dass in Schulen zubereitetes
Essen zum Teil mit 19 %
Mehrwertsteuer belegt wird, bei
einem Hamburger auf die Hand
dagegen nur
7 % fällig werden.
Auch Bundesverbraucherministerin
Ilse Aigner (CSU) hatte
Änderungen
angekündigt.
Eine warme Mahlzeit
20.157 warme Mahlzeiten
für in schwierigen Verhältnissen
aufwachsende Kinder in
Deutschland – das ist das Ergebnis
der deutschlandweiten
Aktion „Eine warme Mahlzeit
für Kinder“ der Basic Bio-Supermärkte
und der Kinderhilfsorganisation
Children for a better
World e. V.
Im Monat März 2010 spendeten
Basic, Basic-Kunden, Lieferanten
und Hersteller von Bio-
Produkten dafür, sozial benachteiligten
Kindern ein warmes
Mittagessen zu ermöglichen.
Schulobstgeld halbiert
Das Schulobstprogramm der
Europäischen Union wird für
Deutschland im Schuljahr
2010/11 halbiert.
Bekam die Bundesrepublik in
der vergangenen Periode
20 Millionen Euro, erhält sie
2010/2011 nur noch 10 Millionen
Euro. Der Grund: nur noch
sieben Bundesländer nehmen
an dem Programm teil. Die übrigen
bringen nicht die nötigen
Gelder für die Ko-Finanzierung
auf oder verweisen auf die
hohen
Verwaltungslasten.